Rechtfertigung

Es tut mir leid. Ich kann das auch später machen.“, erklärt Lea, während sie hektisch die Nagellackflasche wieder wegräumt. „Soll ich dir helfen?“, fragt sie ihren Freund. „Du kannst das schon noch zu Ende machen“, sagt er und schielt auf ihre fünf lackierten Fußnägel am rechten Fuß, die kirschrot glänzen und sich förmlich über die nackten Zehen am linken Fuß lustig machen. „Wirklich? Danke.“, antwortet sie und beeilt sich, auch den zweiten Fuß in Knallfarbe zu tauchen.

Beim Essen etwas später fragt Lea ihren Freund, was dieser später noch vor hat. „Ich treffe mich noch mit den Jungs. Wir wollen was trinken gehen. Ach ja, da musst du mir noch ein Hemd bügeln und außerdem kommt Tom schon ne Stunde früher her. Wir setzen uns dann ins Wohnzimmer.“ Lea nickt. „Ist doch ok, oder?“ – „Ja klar“, antwortet sie.

Nach dem Essen schreibt Lea ihrer besten Freundin: „Tut mir leid, heute könnt ihr nicht kommen. Tom hat hat letzte Woche gerade die Beförderung bekommen, das will er feiern. Es tut mir leid, nächstes mal:*“ Die Antwort ihrer Freundin kommt umwendend: „Lea, du darfst in eurer Wohnung auch mal was für dich machen! Dafür brauchst du keinen Grund und du musst dich auch nicht rechtfertigen.“

Lea sitzt still da und lauscht auf ihr Inneres. Sie hört ein Summen und nimmt ihren Mut zusammen. „Nick, später kommen Sabrina und Co. vorbei. Es wäre gut, wenn ich nicht hinter Dir und Tom her räumen muss.“ – „Komm schon Süße, ich will doch feiern. Entspann dich“ – „Genau das versuche ich. Ich will mich nicht ständig rechtfertigen müssen. Könnt ihr beide nicht in den Garten gehen. Das Wetter ist doch gut.“ Er denkt kurz nach und nickt dann. Lea entspannt sich sofort. Ohne Rechtfertigungen zu sagen, was man will, ist bereits ein Gewinn.

Lebt leuchtend, Lena.

P.S. Hat Euch die Geschichte zum Lächeln gebracht? Was hat Euch gefallen und was vielleicht auch nicht? Ich freue mich über Euer Feedback in den Kommentaren oder per Kontaktformular.

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