Zitat zum Thema Selbstliebe

Selbstliebe lernen durch Selbstfürsorge

Oder: Warum wir uns alles etwas mehr um uns kümmern sollten, um anderen etwas geben zu können.

Heute ist Valentinstag. Egal, ob dieser Tag in deinem Alltag einfach untergeht, oder du ihn vielleicht mit deinem Partner oder generell deinen Liebsten zelebrierst. Mache dir dieses Jahr doch mal selbst ein Valentinstagsgeschenk und lerne Selbstliebe durch Selbstfürsorge. Gerade als Mutter musst du ständig für andere da sein und es wird erwartet, dass du bedingungslose Liebe empfindest und gibst. Das alles ist nur dann möglich, wenn du dich selbst liebst. Warum das aber leichter gesagt als getan ist und wie du einen Weg findest, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Selbstliebe als unbrauchbare Arbeitsanweisung

Die Aufforderung, sich selbst zu lieben, bevor man jemand anderen lieben kann, beinhaltet meiner Meinung nach eine Arbeitsanweisung, die so überhaupt nicht umzusetzen ist. Nicht ohne Grund ist immer wieder die Rede davon, man müsse Selbstliebe lernen.

Genauso wenig, wie du eine andere Person auf Knopfdruck lieben kannst, kannst du solch eine Entscheidung für dich selbst treffen. Stattdessen solltest du im Rahmen der aktiven Selbstfürsorge in eine soziale Beziehung mit deinem Körper, deiner Seele und deinem Geist treten. Durch diese Beziehung kann dann Liebe entstehen und wachsen.

Alltagstaugliche Selbstfürsorgehandlungen als Lösung um Selbstliebe zu lernen

Nimm dir einen Moment Zeit und setze dich mit einem Notizblatt und deinem Kalender an deinen Küchentisch. Ein warmer Kaffee dazu und bitte deine Kinder, je nach Altersklasse natürlich, um 10 Minuten Verständnis.

Hast du es gemerkt? Der erste Schritt ist schon gemacht. Selbstfürsorge bedeutet zunächst, deutlich zu artikulieren, was du gerade brauchst. Setze deine Wünsche durch. Das ist nicht bloßer Egoismus, sondern ein Zeichen dafür, dass du dir deines eigenen Wertes bewusst wirst.

Größere Termine

Gemeinsam mit deinem Kalender kannst du beginnen, nach festen Zeitfenstern zu suchen, die du für dich persönlich blockierst. Was könntest du in dieser Zeit tun? Einen Yogakurs besuchen, oder endlich das Buch lesen, das schon so lange in deinem Regal liegt? Vielleicht möchtest du dich auch regelmäßig mit einer Freundin zum Spazierengehen verabreden. Diese größeren Termine sind ein wichtiger Teil der Selbstfürsorge, weil sie dafür sorgen können, dich als eigenständige Person zu erhalten. Du bist vor deinen Kindern ein eigenständiger Mensch gewesen und kannst das – mit neuen und wunderbaren Facetten – auch jetzt noch sein.

Klein, aber fein

Für mich persönlich sind die nun folgenden Selbstfürsorgehandlungen aber noch wichtiger: Die kleinen Gewohnheiten, die ich nur für mich und mein Wohlbefinden in meinen Alltag integriere. Du darfst kreativ werden. Schreibe dir als Anregung auf dein Notizblatt zehn Dinge, die du gern isst, riechst, trinkst, hörst. Versuche, all deine Sinne bei dieser Übung abzudecken. Und dann überlege dir, wie du diese Kleinigkeiten in deinen Alltag integrieren kannst.

Wenn ich mich beispielsweise morgens im Bad fertig mache, genieße ich die kleine Gesichtsmassage beim Auftragen meiner für mich wie gemachten Tagescreme. Danach trage ich einen Spritzer meines sündhaft teuren Parfüms auf und freue mich unendlich darüber, dass ich es gekauft habe. Der Duft macht mich auf eine besondere Art und Weise stark für den Tag. In der Küche zünde ich immer eine Kerze an. Meistens ist die Kerze zwar nur das Teelicht in meiner Duftlampe, aber schon das Geräusch des Streichholzes erinnert mich an Weihnachten und damit irgendwie auch an vergangene Kindheitstage voller Gemütlichkeit.

So ziehen sich kleine Rituale durch meinen ganzen Tag, die für sich genommen vielleicht unspektakulär wirken. Mich machen sie allerdings ausgesprochen glücklich. Einfach aus dem Grund, dass ich sie als Teil meiner Selbstfürsorge betrachte. Ein Perspektivwechsel kann in dieser Hinsicht bereits Wunder wirken.

Wie du diese Kleinigkeiten als langfristige Gewohnheiten etablieren kannst, erfährst du hier. Darüber hinaus kann ich das Buch “Better than Before – Mastering the habits of our everyday life” von Gretchen Rubin empfehlen. Wie immer geht es auch bei der Gewohnheitsbildung erst einmal darum, dich und deine eigene Persönlichkeitsstruktur kennen zu lernen. Klicke hier, um etwas mehr darüber zu erfahren.

Selbstfürsorge nicht als Selbstzweck

Es würde jedoch nicht genügen, solche großen und kleinen Selbstfürsorgemaßnahmen zu ergreifen und es dabei zu belassen. Mit dem eigenen Körper, Geist und Seele im Einklang zu stehen, ist letztlich wie bei einer politischen Ehe aus alten Zeiten: Es funktioniert am besten, wenn aus der rationalen Verbindung eine emotional verbundene Partnerschaft wird.

Selbstliebe ist genau das in Bezug auf das, was man am eigenen Körper akzeptieren muss, weil es von Natur aus so ist. Erst wenn diese Partnerschaft hergestellt ist und einen verlässlichen Boden bietet, kann man auf diesem Fundament erfolgreich andere soziale Beziehungen aufbauen.

Dafür können die Selbstfürsorgerituale helfen, den Blick für das Wesentliche zu schärfen: Ich tue etwas, das mir gefällt und nutze meine begrenzte Zeit des Tages für mich. Mein Wohlbefinden ist mir wichtig. Ich lerne, mich von Zeit zu Zeit in den Vordergrund zu stellen und lebe so meinen Kindern vor, dass das in Ordnung ist. Selbstliebe lernen ist für Mütter auch Teil der Erziehungsarbeit, die vor allem durch eine aktive Vorbildfunktion funktioniert.

Selbstliebe lernen bedeutet, für sich zu sorgen.

Nur wer es schafft, die eigenen Bedürfnisse immer wieder durch aktive Selbstfürsorge in den Vordergund zu stellen, wird langfristig in der Lage sein, die Früchte dieser Arbeit in Form von Akzeptanz und Selbstliebe zu ernten. Selbstliebe lernen bedeutet auch, sich kontinuierlich um sich selbst zu sorgen. Habe ich gut geschlafen? Habe ich heute genug gegessen und getrunken? Wann war meine letzte Pause? Hatte ich heute schon einmal Zeit zum Durchatmen? Wann habe ich das letzte mal wirklich gelacht?

Durch aktive Handlungen zu Gunsten des eigenen Wohlbefindens signalisieren wir unserem Geist: Ich bin es mir wert. Ich bin gut so, wie ich bin. Ich kann mich so akzeptieren und lieben.

Erzähl mir gern, welche Maßnahmen du ergreifst, um für dich selbst zu sorgen! Oder bist du ein Selbstliebeprofi, der vollkommen ohne Selbstfürsorgehandlungen auskommt?

Deine Anna Lena.

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